Riesiger Kraftakt im Teil 2 der englischen Woche

Mit einem riesigen Kraftakt bezwang der EHV Aue den Drittplatzierten, die Füchse Berlin II, mit 32:26 (17:13) – ein extrem hochklassiges Drittligaspiel zwischen den wohl „tempostärksten Teams der Liga“ (O-Ton Per Kohnagel, Trainer Füchse II). Ausgerechnet in der englischen Woche gehen dem EHV Aue die Spieler aus. Mit gerade einmal noch zehn Feldspielern (darunter nur noch drei gelernte Rückraumspieler) bedurfte es einem echten Kraftakt, um die starken Jungfüchse zu zähmen. Im Abschlusstraining am Dienstagabend zerrte sich auch noch Dieudonne Mubenzem am Oberschenkel. Da sich am vergangenen Wochenende auch Sergi Ala I Sanchez verletzt und Maximilian Hinz sich einen Mittelfußbruch zugezogen hatte, fehlten allein drei Linkshänder im Kader. Die Langzeitverletzten Mihkel Löpp, Jakub Stryc und Anton Briest waren ebenfalls noch nicht einsatzfähig, sodass dem Trainerteam Jungandreas / Göpfert eine komplette Aufstellung fehlte. Es hieß also Zähne zusammenbeißen und noch enger zusammenrücken. Das gelang mit Bravour. Justin Döbler und Paul Bones legten gleich mal für die Hausherren vor (2:0; 3. Minute), und nach dem Anschlusstreffer zum 2:1 durch Kusche traf Sebastian Paraschiv zum 3:1 (4. Minute). Somit hatten sich gleich die drei letzten verbliebenen Rückraumakteure in die Torschützenliste eingetragen. Trotz der dünnen Personaldecke drückte Aue aufs Tempo. Da auch die Füchse das Tempospiel in Ihrer DNA haben, entwickelte sich ein rasantes Top-Spiel. Nach dem 3:3 (8. Minute) setzte Aue mit einem 3:0 Lauf zum 6:3 in der elften Minute das erste Ausrufezeichen. Nach dem 7:4 durch Pereira (13. Minute) versuchte Gästetrainer Kohnagel per Grüner Karte dem Spiel eine Wendung zu geben. Was folgte, war aber eine der stärksten Phasen der Auer. Binnen sechs Minuten setzte sich der Tabellenzweite auf 11:6 (19. Minute) ab. Die Füchse fanden nun wieder besser ins Spiel, nutzten die erste Zeitstrafe im Spiel (Torben Lange hatte zu hart zugepackt) für sich und verkürzten binnen weniger Minuten auf 12:10 (23. Minute). Die Qualität des Spiels blieb weiter hoch, und beide Mannschaften verlangten dem Gegner alles ab. Beim Stand von 17:13 wurden die Seiten gewechselt. Die Füchse ließen sich in der Pause sehr viel Zeit und kamen erst spät wieder aus der Kabine. Sie hatten sich für die zweiten dreißig Minuten sichtlich viel vorgenommen. Die Jungfüchse gingen nun noch offensiver und aggressiver auf die Auer Rückraumakteure und nahmen so den Auer Angreifern den Schwung. Aber näher als auf drei Tore ließen die Erzgebirger die Hauptstädter nicht mehr heran (18:15; 19:16, 20:17). Döbler, Bones und Paraschiv gingen weiter beherzt in die Zweikämpfe, sodass Kohnagel sich nach dem 22:17 (40. Minute) zu seiner zweiten Auszeit gezwungen sah. Noch einmal konnte Berlin auf drei Tore verkürzen (22:19, 45. Minute). Pereira erhöhte auf 23:19 und handelte sich im Rückwärtsgang eine Zwei-Minuten-Strafe ein. Es hätte noch einmal eine Wende im Spiel werden können, aber besonders der an dem Tag bärenstarke Sebastian Parschiv hatte etwas dagegen und fischte in der Abwehr einen Ball ab, traf zum 24:19 und kurz darauf mit einer herrlichen 1:1 Aktion zum 25:19 (46. Minute). Die Erzgebirgshalle mit ihren 1340 Zuschauern stand Kopf. Aue spielte nun im Stile einer Spitzenmannschaft clever die letzten vierzehn Minuten runter. Hinten parierte Priskus teils spektakulär und vorne fanden die Auer immer wieder Lücken in der offensiven Abwehr der Berliner. Spätestens nach dem 29:22 in der 56. Minute war der Siegeswille der Füchse gebrochen. Die Hausherren steuerten dem 14. Sieg in Folge entgegen. Ein wahrer Kraftakt mit dem sprichwörtlich letzten Aufgebot fand ein sehr gutes Ende. Somit festigte der EHV den zweiten Tabellenplatz, welcher zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt. Teil zwei der englischen Woche ist somit geschafft. Bereits am kommenden Samstag, den 4. April, folgt um 18:00 Uhr gegen Braunschweig (Tabellenplatz 1) das absolute Top-Spiel und Teil drei der englischen Woche. Bis dahin gilt es gut zu regenerieren, um am Ostersamstag noch die letzten Körner aus dem Tank holen zu können. Restkarten für dieses Spiel gibt es unter www.ehv-aue.de und an der Abendkasse. Die Halle öffnet an diesem Tag bereits eine 1 ½ Stunde vor Anpfiff der Partie um 16:30 Uhr. 

Zuschauer:                         1340 

Zeitstrafen:                         Aue                       4  (Pereira, Lange, Paraschiv, Bones) 

                                               Füchse II              4 

Aufstellung Aue:               Tor: Priskus (60 Min, 14 Paraden), Mohs   

Pereira 10/1, Bones 7, Paraschiv 6, Pfeil 4, Roch 2, Döbler 2, Voß, J.Swat, Hofmann, Lange

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