Erster blauer Fleck, aber noch kein Beinbruch beim EHV Aue nach dem 33:33 (18:14) Unentschieden in Werder.
Keine guten Vorzeichen für das Auswärtsspiel beim Aufsteiger aus Brandenburg. Beim Abschlusstraining am Freitag verletzte sich Rückraumspieler Jakub Tonar schwer am Fuß und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die genaue Diagnose steht noch aus. Somit fehlte dem EHV Aue vier wichtige Spieler im Aufgebot. Neben Tonar, dem Langzeitverletzten Sergi ala Sanchez, konnten auch Torben Lange und Justin Döbler noch nicht ins Geschehen eingreifen.
Nach dem furiosen Sieg im Heimspiel gegen Rostock hatte Aues Trainer Jungandreas die ganze Woche gewarnt, das Spiel beim Aufsteiger nicht zu unterschätzen. Und er sollte recht behalten. Nur einmal beim 0:1 in der zweiten Minute konnte Aue durch den Treffer von TOP-Torschütze Paul Bones in Führung gehen. Werder glich zum 1:1 aus und traf keine 30 Sekunden später zur 2:1 Führung. Der Aufsteiger spielte beherzt auf und kämpfte mit viel Leidenschaft und Tempo gegen den Favoriten aus dem Erzgebirge. Die Blütenstädter konnten den Vorsprung bis zur 14. Minuten sogar auf 9:5 ausbauen, sodass Jungandreas schon früh zur ersten grünen Karte greifen musste. Die Gäste strafften sich und konnten in der 20. Minuten den Anschlusstreffer zum 11:10 durch Francisco Pereira erzielen. Aber die Fehlerquote beim EHV Aue blieb hoch und die Angriffslast verteilte sich auf zu wenige Schultern, sodass Werder bis zur Pause erneut auf vier Tore davonziehen konnte. Beim Stand von 18:14 wurden die Seiten gewechselt. Beim EHV Aue trafen bis zu diesem Zeitpunkt nur zwei Spieler. Bones und Pereira trafen je sieben Mal in den gegnerischen Kasten. Hätte Torhüter Max Mohs bis zur Pause nicht schon acht Paraden ausgepackt, hätte der Rückstand sogar noch höher ausfallen können.
Direkt nach dem Wiederanpfiff traf Rupprecht für die Hausherren per Siebenmeter zur 19:14 Führung und zur ersten 5 Tore-Führung für den Außenseiter. Es war also ein weiter Weg für die Erzgebirger, um noch etwas Zählbares von der Havel mitzunehmen. Erst in der 33. Minuten hießen die Torschützen mal nicht Bones oder Pereira. Paraschiv und Swat trugen sich in die Torschützenliste ein und verkürzten auf 19:17. Die Gäste versuchten nun dem Tempospiel der Hausherren selbst mehr Tempo entgegenzusetzen, konnte die Kreise der Angreifer aus Werder aber nur beschränkt eingrenzen. Es dauerte bis zur 47. Minute, ehe erneut Bones zum 26:26 traf und somit das Spiel ausgleichen konnte. Eine Strafzeit gegen Bones nutze Werder, um auf 28:26 in Führung zu gehen. Die Halle und die Spieler in Werder waren angezündet und glaubten nun an einen Sieg gegen Aue. Die Gäste stemmten sich aber gegen die drohende Niederlage und glichen in der 55. Minute durch Swat zum 30:30 aus. Das Momentum lag nun bei den Auern, die die Chance in Front zu gehen allerdings mehrfach liegen ließen und somit die Hausherren immer wieder die eigene Führung ermöglichten. Bones glich mit seinen Treffern 13 – 15 jeweils aus, sodass es eine Minute vor Schluss beim 33:33 in die Crunchtime ging. 33 Sekunden vor Abpfiff nahmen die Hausherren ihre letzte Auszeit und hatten somit die Möglichkeit das Spiel für sich zu entscheiden. Der finale Pass an den Kreis ging aber schief, sodass sich 19 Sekunden vor Ende des Spiels den Auern sogar noch die Chance auf den doppelten Punktgewinn bot. Werder verteidigte aber auch diesen Angriff der Gäste mit viel Leidenschaft, sodass Aue nur der direkte Freiwurf blieb. Aues Bester Paul Bones übernahm Verantwortung scheiterte aber knapp an den Fingerspitzen des Keepers und am Innenpfosten. Somit blieb es bei der Punkteteilung und dem ersten blauen Fleck im Punktekonto des EHV Aue. Am Ende eine verdiente Punkteteilung, da der Aufsteiger aus Werder sein bis dahin bestes Spiel bot und die Auer die Ausfälle nicht kompensieren konnten.
Zuschauer: 200 Zuschauer
Zeitstrafen: Aue: 3x (Hanemann, Bones)
Werder 1 x
Aufstellung Aue: Tor: Priskus (10 min, 2 Paraden), Mohs (50 Min, 14 Paraden)Feld: Pfeil; Roch; Volmert; Voß 2; Pereira 9/2; Hanemann 1; Bones 15; Briest; Swat, J. 3; Paraschiv 2, Billepp 1