Der EHV Aue setzt sich in einem hochklassigen Spiel gegen den HC Empor Rostock durch und sichert sich mit 31:27 (17:17) den dritten Erfolg im dritten Saisonspiel. Somit zieht Aue an Rostock vorbei und steht erstmals in der noch jungen Punktspielserie auf Tabellenplatz 1.
Das angekündigte Spitzenspiel bot alles, was ein hochklassiges Handballmatch so braucht. Spannung, Zweikämpfe, Härte, Spielwitz, wechselnde Führungen und echte Emotionen. Was beide Mannschaften von Minute eins auf Parkett zauberten, war sehr hohes Drittliganiveau. Rostock traf zwar mit dem ersten Angriff über ihren Besten an diesem Tag, Kreisläufer Dennis Mehler erwischte einen Sahne-Tag und traf für die Gäste insgesamt 9-mal, und ging mit 0:1 in Führung. Aue erwischte aber in der Folge den besseren Start und zog bis zur 8. Min auf 6:2 davon. Unter anderem kaufte Keeper Priskus den Gästen gleich zwei Siebenmeter ab. Rostocks Coach Stephan „Apollo“ Just zog früh seine erste Auszeitkarte und ordnete das Spiel seiner Jungs neu. Apollo drehte an den richtigen Schrauben und seine Männer setzten die Ansagen perfekt um. Bis zum 8:5 in der 11. Minute behaupte Aue die Führung, aber eine Doppelzeitstrafe gegen Bones und Hanemann nutzten die Gäste aus dem Norden, um das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen. Ein 0:7 Lauf aus Auer Sicht brachte die Hausherren mit 8:12 (19. Min) ins Hintertreffen. Erst Jakub Tonar in der 19. Min unterbrach die knapp 8-minütige Torflaute der Erzgebirger und traf zum 9:12. Bis zum 10:15 in der 23. Minute hatten Empor das Spiel gut im Griff und agierte immer wieder clever und erfolgreich über die Achse Gansau / Mehler und stellte die Auer Abwehr vor erhebliche Probleme. Der EHV kam nun aber wieder besser ins Spiel und kämpfte sich nach dem 13:16 (25. Min) bis zur Pause auf 17:17 unentschieden heran.
Cheftrainer Uwe Jungandreas nutzte die Halbzeitpause, um seine Abwehr taktisch umzustellen und die Kreise von Mehler und Gansau einzuengen. Wie es sich für ein echtes Spitzenspiel gehörte, kämpfte beide Mannschaften mit harten Bandagen, aber nie unfair, und schenkten sich nichts. Bis zum 20:21 in der 38. Spielminute hatte Rostock die Nase leicht vorn, tat sich aber jetzt deutlich schwerer mit dem Tore Werfen. Traf Mehler in der ersten Halbzeit schon sieben Mal, konnte er in den zweiten 30 Minuten nur noch 2 Tore folgen lassen. Zweimal Bones, Pereira und Roch rissen mit einem 4:0 Lauf das Spiel wieder an sich. Die Halle tobte beim Stand von 23:21 in der 44. Min und Just versuchte seine Männer und den Hexenkessel mit einer Auszeit zu beruhigen. Reichardt traf noch einmal zum 23:22 Anschlusstreffer, aber angetrieben von ihren fantastischen Fans und der Stimmung in der Halle drehte Aue nun auf und zog bis zur 51. Min auf 27:23 davon. Wer nun dachte, das Spiel ist im Sack, hatte die Rechnung ohne die Hansestädter gemacht. Gansau und Co. gaben sich nie auf und so konnte Gansau beim 28:26 56. Min seine Mannen noch einmal in Schlagdistanz bringen. Beim 29:26 eroberten die Auer erneut den Ball und Trainerfuchs Jungandreas nahm seine dritte und letzte Auszeit, um die finalen Angriffe zu besprechen. Der an diesem Tag erneut starke Paul Bones übernahm in dieser Phase Verantwortung und traf mit seinen Toren elf und zwölf zum vorentscheidenden 31:26 (58. Min) Rostocks Mehler am Kreis blieb nur noch die Ergebniskosmetik zum 31:27 Endstand in diesem echten Spitzenspiel der dritten Liga Nord-Ost. Aue winkt nach dem Erfolg von Tabellenplatz eins und möchte diesen gern bis zum Ende der Serie behalten. Rostock muss zum ersten Mal Punkte lassen, freut sich aber schon „auf das Rückspiel in der Stadthalle Rostock“ im März 2027, so Trainer Apllo Just.
Zuschauer: 1250 Zuschauer
Zeitstrafen: Aue: 4x (Pereira, Hanemann, Bones, Tonar)
Rostock 4 x
Aufstellung Aue: Tor: Priskus 60 min, 12 Paraden, Mohs Feld: Pfeil 1; Roch 1; Volmert 2; Voß; Pereira 5; Hanemann 5; Bones 12/5; Briest; Tonar; Swat, J.; Paraschiv, Billepp 1