Der EHV und der Nobelpreis

 

Der WochenENDspiegel mit dem Spielbericht vom Sachsenderby

 

Die Zweitligahandballer des EHV Aue siegten im Sachsenderby mit 30:24 gegen den HC Elbflorenz.
Ein Tormann in einem grellgelben Pullover war die Hauptfigur

 

Töpfer, immer wieder Töpfer

 

Von Sven Günther

Lößnitz. Handke, Peter. Österreicher. Vor wenigen Tagen wurde er mit dem Literatur-Nobelpreis 2019 geehrt. Einer seiner Romane trägt den Titel: "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter". Er handelt vom Monteur Josef Bloch, der früher ein bekannter Tormann gewesen war. Erst am Ende des Buches taucht darin ein Keeper auf, der einen grellgelben Pullover trägt und einen Elfmeter pariert.

Ein Tormann in einem grellgelben Pullover der Großchancen zunichtemacht? Stehen die Synapsen unter Strom, fällt einem schnell Erik Töpfer ein, der am Samstag beim 30:24-Derbysieg des EHV Aue über den HC Elbflorenz Dresden in der 2. Handballbundesliga die Hauptfigur war.

Schon den ersten Angriff der Gäste entschärfte Töpfer im gelben Dress mit einer Parade, hielt in der Folge einige freie Würfe, zwei Siebenmeter. Beim Stand von 7:9 bremste er in Unterzahl einen Ball von Außen mit dem Kopf. Mit 17 entschärften Bällen war er einer der Matchwinner bei den Erzgebirgen.

Ein anderer, der überraschend Einfluss auf das Spiel nahm, war Nico Schneider. Der 20-Jährige kam schon nach gut 20 Minuten, spielte in der Abwehr aggressiv, macht vorn das Tor zum 8:10 und holte einen Siebenmeter heraus, dessen Ausführung sich auf das gesamte restliche Spiel auswirkte.

 

Adrian Kammlodt nahm den Ball, warf und traf HCE-Keeper Max Mohs am Kopf. Rote Karte. Selbst für Gästetrainer Rico Göde eine Fehlentscheidung. "Der Torhüter hat sich bewegt," sagte er in der Pressekonferenz. Die Rote Karte war der Wachmacher für die Zuschauer und das Fehlen von Kammlodt eine mutmaßlicher Schwächung des EHV.

Mutmaßlich. Denn Schneider spielte weiter stark, bediente zu Beginn der 2. Halbzeit Brykner und Petreikis, sodass die die Tore zum 13:12 machen konnten.

 

Das Spiel kippte. EHV-Trainer Stephan Swat: "Die Stimmung in der Halle hat uns getragen. Ein Riesenkompliment an die Abwehr, wo es Kevin Lux trotz einer Baumuskelzerrung im Mittelblock überragend gemacht hat. Petr Slachta, der bisher keine gute Saison spielte, stand diesmal überragend." Im Angriff überzeugten auch Benas Petreikis (7), Ladisliv Brykner (4) und Pascal Ebert. Der ließ zwar einige Großchancen liegen, erkämpfte aber viele Bälle zurück und warf als Vertreter des angeschlagenen und im Angriff geschonten Kevin Roch vier Tore.

 

Auch das Thema Strafwürfe wurde beim EHV in der 2. Halbzeit nach drei Fehlversuchen (Petreikis, Ebert, Kammloth) geklärt. In der 35. Minuten ging der vierte Auer Werfer zum Siebenmeter-Punkt. Bengt Bornhorn. Die Tatort-Melodie klang aus den Lautsprechern. Hochspannung, die sich in Jubel löste, als der Kreisläufer den Ball zum 15:13 im Netz versenkte. Stephan Swat: "Er hat schon im Training gezeigt, dass er das kann. In der Pause haben wir dann besprochen, dass er den nächsten Siebenmeter werfen wird."

Bengt Bornhorn. Dass der Kreisläufer bei der offensiven Deckung der Gäste wichtig werden würde, war zu erwarten. Acht Tore notierten die Statistiker hinter seinem Namen. Der Mann, der keine Angst vorm Siebenmeter hat, wurde zusammen mit Erik Töpfer als "Player of the Match" geehrt - und erlaubte sich nach dem Spiel noch einen Fehlgriff: Er nahm sich ein Wernesgrüner Radler statt eines Pils aus dem Kühlschrank...

 

(Foto: Manja Gehlert)

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